Februarlese

Oh wow, der März ist da und mit ihm ein neuer Lesemonat (der insofern aussieht, alsdass ich mit einem 'alten' Buch weiter mache) und vor allem ein Abschluss des vorherigen: sechs Bücher habe ich im Februar gelesen. 

 

Gerhard Waldherr "Die erste Reise"

Téa Obreht "Herzland"

Julia Rothenburg "hell dunkel"

Nino Haratischwili "Das achte Leben (für Brilka)"

Nadine Pungs "Das verlorene Kopftuch"

Lois Pryce "Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren ... Was passierte, als ich es trotzdem tat"

 

Anders als im Januar, der gespickt war von kürzeren Bücher, habe ich zwei recht dicke Schinken gelesen, die anderen vier waren von durchschnittlicher Länge. Dank Nino ist es so, dass es nicht schwer ist, sich zu entschieden, welches das Beste war und außerdem auch ganz sicherlich auf dieser Liste landet Bücher wie zum ersten Mal lesen


Wenn mensch keinen Bock hat

Tja, was dann?

Ich frage mich ja, wie die Menschen es vor sich selbst verantworten können, Dinge zu tun, die Ihnen widerstreben. Also, auf lange Sicht. Oder auch sehr lange.

Häufig sind sie nicht glücklich mit ihrem Beruf. Üben diesen aber Jahrzehnte lang bereits aus. Liegt es an den Jahrzehnten oder etwas anderem? Vielleicht arbeite ich auch nur derzeit in einem Umfeld, welches naheliegen lässt, dass der Job nicht den allergrößten Spaß macht.

Ich mag den Minimalismus, vor allem in der Hinsicht, alsdass mensch sich überlegt: was macht mich glücklich? Und was brauche ich dafür? Wie kann ich das erreichen?

Ich verzweifel allerdings schon sehr lange an dem Nicht-Minimalismus bezüglich des Spielzeugs der Kinder ...

Ähm ja, Ausgangsfrage: warum schleppt man sich viele Jahre und Jahrzehnte zu etwas hin, was einem außer Geld nichts bringt? Es gibt so viele Möglichkeiten, etwas zu ändern. Aber vielleicht wurde auch schon alles probiert und es funktionierte nicht - ich weiß es nicht. 

Die Politik übrigens auch nicht, ich finde sie arg familienfeindlich (nicht erst seit Covid, aber doch vor allem seitdem). Denn alle "Lösungen", die uns vorgesetzt wurden, waren irgendwie vereinbar (vor allem) für Familien mit einem, seien wir ehrlich, VollverdienER und einer Vollzeit tätigen HausFRAU. Ehrlich, ernsthaft und überhaupt?! 

Manchmal geht es wirklich nicht, Arbeitszeitverkürzung etwa, und auch nicht immer wird ein Jobwechsel klappen oder die erwünschte Besserung bringen - ich weiß das alles, ich habe das nämlich auch schon sehr lange auf der Kiepe und biege und breche und habe eine leise Ahnung davon, wie es die nächsten Jahre weitergehen wird, weil ich mich kenne. 


Also, wieder von vorne. Wie viel Unglücklichksein erträgt der Mensch, bis er*sie etwas ändert? Was muss passieren, dass es zu einem Wandel kommt? Erst innerlich und dann auch alsbald hoffentlich im Außen?

Mehr Mut für alle! Mehr Freiheiten auch. Mehr Zeit um zu Schauen ebenfalls.

Das waren zwei Tage

 





Die Kinder haben nun ein Piratenschiff im Garten, von uns im Dezember günstig übernommen von den Nachbarn, deren Sohn inzwischen herausgewachsen ist aus derlei Art von Spiel. Alle sind jeck und happy. Jetzt am Wochenende haben wir uns vor allem Hilfe von unserer Corona-Überlebens-Familie geholt und endlich das gute Stück auch aufgestellt. Ansonsten sag ich nur Sonne, Sonne, Sonne. Und heute Nachmittag werde ich wieder im Garten sitzen und die - oh ja - Sonne genießen. Leute, dass ist direkt eine ganze andere Perspektive.

1 Jahr nach Hanau

 Say their names


Ferhat Unvar
Hamza Kurtović
Said Nesar Hashemi
Vili-Viorel Păun
Mercedes Kierpacz
Kaloyan Velkov
Fatih Saraçoğlu
Sedat Gürbüz
Gökhan Gültektin

#saytheirnames

Eine Art von Rant - bezüglich Medien, wa!

Unser Kind ist hörspielsüchtig. Wuäh!

Klingt komisch, oder? So ähnlich wie "Wuäh, er*sie ist lesesüchtig." Würde ebenso kein Mensch über sich oder jemand anderes sagen. Denn ja, genau das tun Jonas und ich aber gerade: wir suchten Bücher noch und nöcher und die Kinder sehen uns nur noch mit Büchern in den Händen und diese aus Paketen quellen oder wenigstens welche in Reichweite liegend haben. Und sowieso und schon immer im ganzen Haus verteilt.

Tja, und der Lütte hört gerade eben Hörbücher. En masse. Von morgens bis abends. Sogar heute Mittag hat er dafür die übliche Fernsehguckzeit größtenteils sausen lassen. Unseren Bookbeat-Account mussten wir bereist vor Monatsmitte um mehr Hörstunden aufstocken.

Beim Kompass von Ruth ist gerade der Medien-Monat-Februar und ja, es geht natürlich wie so häufig nur um Bildschirmmedien - ganz egal, dass auch Bücher, Computerspiele, Apps oder eben Hörspiele Medien sind. Das wird von vielen ignoriert. Naha gut, damit kann ich inzwischen leben.

Ich weiß noch, wie schwierig es war, am Anfang, uns da durchzuwursteln hin zu einem für alle angenehmen Seherlebnis mit einer Dauer, mit der alle leben können, und für uns Eltern als eine Art der Ruhepause, in der wir eben auch selbst Freizeit haben - die ja sonst eher nicht vorhanden ist. Also dahin entwickelte es sich. Sonst haben wir zuvor da gerne auch mal Haushalt gemacht oder eben gekocht oder ... jede*r darf sich hier überlegen, was in einem Vier-Personen-Haushalt mit drölfzig Mahlzeiten am Tag und Stoffwindelkind so alles anfällt.

Auch mit der Lütten sind wir da wieder in eine Aushandlungs-Austausch-Ausprobier-Phase gekommen, bedingt durch den Shutdown letztes Frühjahr vermutlich auch früher, als es sonst der Fall gewesen wäre. Hörbücher mag sie noch nicht wirklich, dafür Musik. Bücher angucken tun wir auch, sehr viel, aber Vorlesen geht nocht überhaupts net.

Gerade haben wir Netflix gekündigt, weil uns das Geld dafür zu schade war, weil wirklich nur die die Kindersendungen dort geguckt wurden und wir als Eltern nichts mehr. Das empfanden wir jetzt als unnötigen weiteren Fixkostenfaktor. Für die Kinder heißt es also jetzt "Netflix ade" und wir streamen uns so durch Kika und allerlei Kindersendungen auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen. Noch bin ich mit alldem nicht so glücklich, Kinder ebenso wenig, aber wir sind auf dem Weg, etwas zu finden, was ihnen gefällt. Bestimmt.  

Ach, und die berühmte Moral: süchtig machen tun Dinge, wenn Beziehungen nicht stimmen. Süchte sind eine Art des Auslebens von etwas völlig anderem. Und wir vor-lesen, hören Musik und Geschichten, fernsehen. Und beinahe alles jeden Tag. Zu Viert, zu Dritt, zu Zweit, oder auch mal ganz alleine.

Januarlese

Ha, endlich mal angepackt und ich hoffe einfach, ich bleibe am Ball: mir zu notieren, was ich gelesen habe und von wem es ist ...

Ich las siebzehn Bücher. 13 davon sind von Frauen verfasst, demnach vier von Männern. 3 wiederum hatte ich bereits im letzten Jahr angefangen zu lesen und habe sie beenden können. Ansonsten waren es vor allem eher kurze Bücher (denn ehrlich: ansonsten hätte ich lange nicht so viel lesen können) und es waren fast nur gute darunter.   

 

Meine Januarlese 2021 sind:

Mely Kiyak "Frausein"

Elena Ferrante "Frau im Dunkeln"

Svenja Gräfen "Freiraum"

Jami Attenberg "Nicht mein Ding"

Bov Bjerg "Serpentinen" 

Hiltrud Baier "Helle Tage, helle Nächte"

Helen Moster "Alles absolut bestens bei mir"

Anne Weber "Annette, ein Heldinnenepos"

Fredrik Backman "Alles, was mein kleiner Sohn von der Welt wissen muss"

John Ironmonger "Der Wal und das Ende der Welt"

Tomas Espedal "Wider die Natur"

Rachel Cusk "Outline"

Zsuzsa Bánk "Heißester Sommer"

Tove Ditlevsen "Kindheit"

Carolin Emcke "Wie wir begehren"

Priska Seisenbacher "Im Pamir"

Virginia Woolf "Ein Zimmer für sich allein"


Der Februrar ist nicht so lang und vor allem haben sich gerade eher dicke und weniger Bücher angesammelt als die ganzen eher kurzen Romane und Erzählungen, von daher glaube ich, dass war ein sehr guter Start in das Jahr 2021 - wenn auch nur lesetechnisch - und der bleibt nicht wirklich so :D

Bücher wie zum ersten Mal lesen

So richtig Gute vergisst man nicht. Niemals! Aber warum nicht? Weil man sich noch nach Jahren an sie erinnert? Weil man darin Figuren, Szenen, Geheimnisse, Gedanken nicht vergessen kann? 

Ich las letztens einen interessanten Gedanken dazu: wenn man ein Buch so gut findet, dass man wünscht, man könnte es noch mal lesen - also ein Buch noch mal zum ersten Mal lesen. Ich finde das trifft es ziemlich gut.

Da würden mir einige einfallen, ganz auf Anhieb:

 

- Miroloi

- Schlafen werden wir später

- Ich habe auch gelebt! 

- Der Wind in den Weiden

- Isabel. Ein Straßenkind in Rio

- Die verborgene Sprache der Blumen

- Mein Ein und Alles 

- Brüder Löwenherz


Und wenn ich jetzt noch weiter überlegen täte - wäre da noch garantiert das Eine oder Andere dabei!

Wenn ich raten müsste ... Nee, lieber nicht

Der letzte gestrige Geburtstag, der dreißigste eines Mitgliedes des Haushaltes, fand also auch im Lockdown statt. Der erste in diesem Jahr und der erste in jedem neuen Jahr und trotzdem fand er, wie die letzten drei Geburtstage der anderen drei Haushaltsmitglieder, mehr oder minder im Lockdown statt. Aber eine Überraschung gab es, denn das Wetter war, anders als die letzten Jahre, gar nicht mal so schlecht. Wir waren nachmittags noch auf dem Spielplatz, man hatte tatsächlich erste Frühlingsgefühle. Anders wie das Schneebild vom Wochenende ;)

 Wie ist es wohl im April, wenn hier der nächste Feiertag ansteht?

Wie starte ich in dieses Jahr?

Aus der (noch) aktuellen "Mit Kindern wachsen" habe ich mir einen interessanten Artikel offen auf dem Schreibtisch liegen lassen, der sich mit dem Wandel der Jahreszeiten und der Persönlichkeit befasst. Die Frage für den Januar habe ich als Titel gewählt. Und darüber bereits einige Tage nachgedacht.

Ins Tagebuch schrieb ich dazu gestern "Widerstand". Ja, das ist so ziemlich eine ganz schön passende Beschreibung. Die beste Ein-Wort-Beschreibung, die mir beim Radfahren ins Hirn schoss. Beste Antwort auf diesen Satz. Und ich habe nur zwei Wochen dafür gebraucht. Ja, kann nur noch besser werden.

Fürn Arsch

Beste Politiker*innen,

jut, machen wir alles noch mal von vorne und so wie schon vor einem nicht ganzen Jahr: versuchen wir als Eltern, immerhin haben wir das wahnsinnige Glück zu Zweit zu sein, arbeiten zu gehen: in unserem Fall einmal 50 % und einmal 70 %. Gut, versuchen wir das mal so aufzuteilen, dass immer ein Elternteil Zuhause bei den derzeit im besten Fall halbtags betreuten Kindern ist (natürlich nur vormittags in einem Zeitrahmen von halb neun bis halb eins). Also im besten Fall, es geht aber auch sicherlich mal, dass wir eine Zweieinhalbjährige und einen Fünfährigen alleine auf sich gestellt lassen. Gibt ja auch noch Fahrtwege ... Mit denen ich dann etwa sechs Stunden am Tag nicht im Hause bin. Und bei den Berechnungen habe ich noch keine Kinder in irgendeine Betreuung gebracht oder abgeholt oder sonstwie mich um ihren Aufenthalt gekümmert. Und ja, oh Wunder, ich arbeite NICHT nur vormittags.

Beachten Se ma bitte dabei: meine Arbeitsstunden kann ich nicht in einer Art Heimarbeit "absitzen", nein, ich muss vor Ort an meinem Arbeitsplatz sein - also nicht in dein hauseigenen vier Wänden. Das trifft auf das andere Elternteil dieses Haushaltes nicht zu. Dieser kann Homeoffice machen; der Arme, muss ich wirklich sagen, denn der hat sowieso die volle Arschkarte, in jeglicher Hinsicht (andere Menschen, andere Umgebung, diese Geräuschkulisse). Denn es ist Winter. Es ist zwar gerade nicht kalt, aber das kann es noch werden, ist ja gerade mal Januar. Und dann befinde ich mich nicht mit zwei Kindern stundenlang draußen - auch wenn wir den Wald und die Felder hier wirklich sehr lieben. Aber zum Glück haben wir ein Büro mit einer sogar abschließbaren Tür. Dem Himmel und den Schwiegereltern sei Dank! 

 

Fasse zusammen: zwei Elternteile, die es die nächsten Wochen schaffen müssen, Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und den ganzen anderen Scheiß unter die Kappe zu bekommen OHNE dabei komplett auszurasten und durchzudrehen und mindestens einen der beiden oben genannten Jobs hinzuschmeißen (und zwar jeweils!)

Ich kümmere mich liebend gerne um diese wunderbaren Kinder, sie sind der Großteil meines Lebens und alles, was ich will. ABER NICHT unter diesen Umständen, die es beinahe unmöglich machen, vernünftig zu arbeiten UND vernünftig für diese Kinder da zu sein. Das ist jetzt schon wieder seit Wochen nicht möglich und langsam geht es an die Substanz. Irgend etwas läuft hier gewaltig schief und damit meine ich nicht den Lockdown und das halbe Lahmlegen des Lebens.

Wieder vergessen worden

#coronaeltern

Ja, es ist wieder soweit: Lockdownverlängerung die insgesamt wievielte?, natürlich völlig unerwartet und ganz bestimmt auch nicht die allerletzte gewesene. 

So ganz alleine auf weiter Flur, da fühlen sich glaube ich gerade sehr viele Eltern. Egal wie alt die Kinder sind, egal wie viele es sind, egal wo man geht und/ oder steht. Oder liegt. Ja, liegen ist auch gut.

 

Und wir leben in Hessen, einem Bundesland, welches die Kindergärten und Tagesmütter offen lässt, allerdings ist bei unserer Tagesmutter schon der Punkt, dass sie selbst ein Grundschuldkind und ein Kindergartenkind hat, was das Ganze und alles nicht erleichtert. Und die schafft schlichtweg jetzt einfach nicht die fünf Tage Betreuung, die wir eigentlich jetzt ab Januar hätten. Und auch der Kindergarten hat gerade "nur" eine Halbtagsbetreuung am Start - was soviel heißt wie: kacke! Und ja, wir haben dennoch sehr viel Glück und überhaupt - danke, weiß ich, schätze ich sehr, ist aber nach diesem langen letzten verdammten Jahr dennoch fürn Arsch.

Ja, klaro, kriegen wir alles hin. Jaha, weil wir MÜSSEN, Kackmist. Weil wir arbeiten gehen MÜSSEN, obwohl es in meinem Fall der größte Unsinn ist (bei geschlossener Bibliothek - also eigentlich hoffe ich ja, dass wir ab nächster Woche wieder öffnen).

Natürlich kann man Homeoffice machen mit einer Zweieinhalbjährigen und einem Fünfjährigen. Natürlich bleiben da keine Wäscheberge liegen, keine vollen Spülmaschinen übrig, kein Bauklotz auf dem nächsten. Von Staubmassen ganz zu schweigen, von Drecksbergen ebenfalls. Von sinkenden Launen, motzenden Eltern-Kind-Gespannen und absolutem Lagerkoller bei allen Beteiligten gar nicht erst zu reden.

Ich mag eigentlich auf diesem hohen Niveau überhaupts gar net jammern, aber es kotzt mich einfach so derbe an. Man trifft nichts und niemanden, sitzt aber im Großraumbüro. Einer geht hier im Haushalt noch einkaufen genau einmal die Woche. Wir sind an der frischen Luft und treffen da vielleicht mal jemanden, heute im Schnee etwa. Wir sind alleine im Haus, wir vier für uns. Ich hatte heute meinen freien Tag, deshalb schafften wir es nachmittags noch auf eine große Runde Schlittenfahren auf dem nächsten Berg. Aber das ist lange nicht jeden Tag der Fall und möglich.

Ja, wir Eltern, ich schätze so ziemlich genau alle, sind am und im Arsch. Ich kann es leider nicht anders sagen. Die einen womöglich mehr, die anderen noch mehr und einige weniger. Aber gut, was solls!

Wie man fünf Bücher in fünf Tagen schafft?

So ein guter Start in den Januar - wenn der Rest schon sehr arg bescheiden ist. Fünf Bücher in fünf Tagen, wer hätte das gedacht?




Wie das geht? Nun, man nehme mich, die durchaus ein bisschen schneller liest, ein bisschen freie Tage (Kinder, wie bitte, was sind das?) und einfach nur gute Bücher, die zugegebenermaßen auch nicht sonderlich dick waren. Und noch mal zugegeben, das fünfte war "Serpentinen" von Bov Bjerg, welches ich letztes Jahr bereits angefangen hatte zu lesen (vor vielen, vielen Monaten) und nicht beendet hatte.

So, welches jetzt als nächstes?